Hören Sie auch Stimmen...?
Ich schon. Sehr gerne sogar. Mein Interesse für Stimmen hat schon sehr früh angefangen...
...so früh sogar, dass meine Mutter von alldem nichts mitbekommen hatte. Konnte sie auch nicht. Denn ich befand mich zu diesem Zeitpunkt noch in ihrem Bauch, und klebte - so oft ich nur konnte - an ihrer Bauchwand. Ich wollte keine der Stimmen, die da draußen herumschwirrten, verpassen.
Als ich schließlich am 01.03.1979 im schwäbischen Reutlingen mit einem sensationellen, lauten Schrei das Licht der Welt erblickte, war mir sofort klar: Roman, Du bist soeben für einen Sprecherberuf geboren worden.
Die Jahre vergingen und ich achtete weiter auf die verschiedensten Stimmen, die mir begegneten. Sonore Männerstimmen, aber auch markante Frauenstimmen, faszinierten mich besonders. Meine Kindheit stimmte meinen Vater gar nicht glücklich: Ständig experimentierte ich an seinem Plattenspieler herum, versuchte zwischen den einzelnen Musikstücken stimmlich irgendetwas rüberzubringen, bevor ich wieder eine andere Platte auflegte. Das Schlimme an der Sache war, dass mein Vater irgendwann aufhörte, die Nadeln zu zählen, die er am Plattenspieler jedes Mal austauschen musste, nachdem ich mal wieder dran war. Spätestens dann, als der Kassettenspieler auch noch den Geist aufgab, war klar: Ich benötige einen eigenen Kassettenrecorder für meine Stimmexperimente. Dieser wurde dann in meiner Jugendzeit einer meiner besten Freunde.
Während meiner Schulzeit fand ich auch noch Gefallen am Arbeiten mit Texten. Das führte soweit, dass ich zum Ende meiner Schulzeit Artikel für die regionalen Zeitungen verfasste. Dadurch vergrößerte sich mein Interesse für die Medien. Ich beschloss ein Praktikumsjahr einzulegen. Eine sehr intensive und lehrreiche Zeit, die ich sehr genoss. In den 12 Monaten erhielt ich einen Einblick in die Arbeiten der überregionalen und regionalen Zeitungen. Bei dem Boulevardblatt mit vier Buchstaben erfuhr ich wie man kurz , knackig, "auf den Punkt" und doch verständlich schreibt.
Bei einem Film- und TV-Produktionsunternehmen war ich Kamera- und Tonassistent und erfuhr u.a. was eine MAZ und ein Cutter sind. Mir wurde schlagartig klar, dass die Moderatoren im Fernsehen doch nicht alle Texte auswendig lernen müssen. Dies übernimmt für sie ja der so gennante Teleprompter. Zwischenstation war auch das SAT1-Landesstudio Stuttgart - beim Internetfernsehen jaTV schickten mich die Verantwortlichen 2 Jahre lang vor die Kamera. Ob als "Expo2000-Berichterstatter", "Stars und Sternchen-Reporter", "Supermarktkassenschreck" oder als der "strange Typ", der seine Mitmenschen mit versteckter Kamera penetrant belästigte: Hier legte ich zahlreiche Facetten, die bis dato selbst mir nicht bekannt waren, an den Tag - es machte jedenfalls riesig Spaß. Anschließend landete ich bei meinem Lieblingsmedium - dem Radio. Hier durchlief ich die Bereiche Moderation und Redaktion. Ich wusste genau: Das ist es - hier will ich hin.
Der Hörfunk ließ mich seit dem nicht mehr los. Parallel zu meiner Zivildienstzeit moderierte ich an Wochenenden bei RMB-Radio in Waiblingen, dem heutigen Energy Stuttgart. Danach absolvierte ich bei dem landesweiten Jugendprogramm bigFM Der neue Beat in Stuttgart mein Hörfunkvolontariat. Hier moderierte ich zwei Jahre lang täglich die abendliche interaktive Musikshow "bigFM-Lounge". Zum Ende meiner Ausbildungszeit tauchte ich in die große Welt der Nachrichtenredaktion bei Radio Regenbogen in Mannheim ein. Hier gefiel es mir so gut, dass ich mich folgendes traute: Als Schwabe zog ich nach Baden. Seitdem bin ich in der Region der guten Weine und der zahlreichen Sonnenstunden als Nachrichtenredakteur tätig.
Parallel dazu produziere ich für das Uniklinikum Heidelberg medizinische Hörfunkbeiträge und gebe mein journalistisches Wissen als Radiodozent an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg weiter.
Meine Vita in Kurzform